Starke Schmerzen nach Operationen können Herz schädigen

Heftige Schmerzen nach einer Operation stellen ein Risiko für die Herzgesundheit dar. Für die Vermeidung von Folgeschäden ist eine gute postoperative Schmerztherapie daher sehr wichtig, berichtet OÄ Dr. Waltraud Stromer anlässlich der Österreichischen Schmerzwochen.

 

Wien/Horn, 18. Februar 2021 – Schmerzen nach einer Operation können das Herz schädigen. Das Risiko steigt mit der Heftigkeit der empfundenen Schmerzen. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie, die Zusammenhänge von postoperativen Schmerzen und Herzschädigungen bei über 2.800 Patientinnen und Patienten analysierte, die sich nicht-herzchirurgischen Eingriffen unterzogen hatten. „Die Studie zeigt, wie enorm wichtig eine gute Schmerztherapie nach einer Operation ist. Sie lindert nicht nur Schmerzen, sondern kann auch Folgeschäden vermeiden und möglicherweise sogar die Sterblichkeitsrate senken“, betont OÄ Dr. Waltraud Stromer (Horn), Vizepräsidentin der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG), anlässlich der 20. Österreichischen Schmerzwochen der ÖSG. Die Fachgesellschaft informiert seit nunmehr zwei im Rahmen ihrer jährlichen Schmerzwochen über die neuesten Entwicklungen in der Schmerzmedizin.

4,5 Prozent der Patientinnen und Patienten, die an der Studie teilnahmen, erlitten innerhalb von 72 Stunden nach der Operation einen Myokardschaden: Die Herzmuskelzellen wurden geschädigt bzw. ihr Zellstoffwechsel gestört, was ihre Funktion minderte. Eine Auswertung des Schmerzempfindens zeigte, dass Patientinnen und Patienten ohne myokardialen Schaden unter weniger heftigen Beschwerden litten. Auf einer Skala von 1 (kein Schmerz) bis 10 (schlimmste Schmerzen) gaben sie im Durchschnitt 4,1 an. Patienten, die von einer Herzmuskelschädigung betroffen waren, kamen hingegen auf den mittleren Wert von 4,5. „Das lässt den Schluss zu, dass der Schweregrad des Schmerzes nach der Operation mit dem Entstehen eines direkten Myokardschadens zusammenhängt und somit auch einen Einfluss auf das 30-Tages-Überleben chirurgischer Patientinnen und Patienten haben könnte“, erklärt Dr. Stromer. Um einen direkten Zusammenhang zwischen Schmerz und postoperativer Mortalität belegen zu können, war jedoch die Fallzahl der Studie zu gering.

Warum Schmerzkontrolle nach Operationen so wichtig ist

Unkontrollierte Schmerzen nach Nicht-Herz-Operationen aktivieren das sympathische Nervensystem, was zu Tachycardie (Herzrasen), Bluthochdruck und erhöhter Herzkontraktilität führen kann. Diese Faktoren erhöhen den Sauerstoffverbrauch des Herzmuskels. Ein bis zwei Prozent aller Patientinnen und Patienten sterben nach einem chirurgischen Eingriff in den ersten 30 Tagen nach der OP. Damit ist postoperative Sterblichkeit die dritthäufigste Todesursache in den westlichen Industrienationen. Ein Hauptgrund für die erhöhte Mortalität stellt ein Myokardschaden dar. 94 Prozent aller myokardialen Schäden in nicht-herzchirurgischen Patienten entstehen in den ersten beiden postoperativen Tagen. „Eine adäquate Schmerztherapie muss standardmäßig nach jeder Operation durchgeführt werden. In den Krankenhäusern sind dafür niedergeschriebene Schmerzrichtlinien und anästhesiologische Schmerzdienste sehr hilfreich“, sagt Dr. Stromer.

Quelle: Turan A, Leung S, Bajracharya G R et al: Acute Postoperative Pain Is Associated With Myocardial Injury After Noncardiac Surgery. Anesth Analg 2020;131(3):822-829

Mit freundlicher Unterstützung von

Amgen GmbH – Dr. Schuhfried Medizintechnik – Fach-Ambulatorien für Ambulante Wirbelsäulen Rehabilitation – G.L. Pharma GmbH – Gebro Pharma – Grünenthal – Medtronic – Moorheilbad Harbach – Nevro – Pfizer – Sanofi-Aventis – Spectrum Therapeutics – Teva – Trigal

(Die inhaltliche Verantwortung für alle Pressetexte liegt ausschließlich bei der Österreichischen  Schmerzgesellschaft.)

Medienkontakt:
B&K – Bettschart&Kofler Kommunikationsberatung GmbH
Dr. Birgit Kofler
0 1 3194378; 676 6368930
kofler[at]bkkommunikation.com