Paris/Wien

Herzamyloidose: Bessere Prognose durch medikamentöse Beeinflussung der Druckverhältnisse in Lungengefäßen und Herzhöhlen?

PA der Österreichischen Kardiologengesellschaft zum Europäischen Kardiologiekongress (Paris)

Eine auf dem Europäischen Kardiologenkongress vorgestellte Studie der MedUni Wien untersucht, ob sich eine medikamentöse Beeinflussung der Druckverhältnisse in den Lungengefäßen und Herzhöhlen (Hämodynamik) positiv auf die Prognose von Patienten mit Herzamyloidose auswirkt. Fazit: Bei speziellen Formen der Herzamyloidose scheint die Hämodynamik eine prognostisch wichtige Rolle zu spielen. Um bei Patienten einen etwaigen Nutzen einer medikamentösen Beeinflussung der Hämodynamik zu zeigen, seien allerdings noch größere Studien notwendig, sagen die Forscher.

Paris/Wien, Montag 2. September 2019 – „Die Ergebnisse unserer Studie können als Anstoß für weitere Studien dienen, in denen untersucht wird, ob sich eine medikamentöse Beeinflussung der Druckverhältnisse in den Lungengefäßen und Herzhöhlen (Hämodynamik) positiv auf die Prognose von Patienten mit Herzamyloidose auswirkt“, berichtet Dr. Franz Ducavon der Wiener Universitätsklinik für Kardiologie auf dem Europäischen Kardiologiekongress. In Paris kommen von 31. August bis 4. September 32.000 Teilnehmer aus 150 Ländern zusammen – der Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) ist einer der weltweit größten Medizinkongresse.

Bei einer Herzamyloidose lagern sich veränderte körpereigene Eiweiße (Amyloide) im Herz ab. Durch diese Ablagerungen erhöht sich die Steifigkeit des Herzens. Betroffene leiden an Herzschwäche, die sich durch Atemnot, Wasseransammlungen im Körper und häufig auch Herzrhythmusstörungen bemerkbar macht. Bei vielen Formen von Herzschwäche weiß man, dass die Hämodynamik eine große prognostische Aussagekraft bezüglich Überleben und Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten haben. In mehreren Studien wird daher erforscht, ob eine medikamentöse Beeinflussung der Hämodynamik auch zur einer besseren Prognose führt. Bei der Herzamyloidose wurde das bisher unzureichend untersucht.

Von den insgesamt 63 Teilnehmern der MedUni Wien-Studie hatten 36 eine Transthyretin-Herzamyloidose und 25 eine Leichtketten-Herzamyloidose. Bei zwei Patienten gelang keine Subtypisierung des Amyloids. Bei allen Patienten wurde die Hämodynamik mittels Katheter gemessen und klinische (z. B. Schweregrad der Atemnot) und laborchemische Parameter aufgenommen. Zur genauer Beurteilung der Herzstruktur und Funktion erfolgten ein Herzultraschall und eine Herz-MRT. „Unsere Auswertungen ergaben, dass sich die Hämodynamik zwischen den verschiedenen Formen (Transthyretin- verus Leichtkettenamyloidose) der Herzamyloidose nicht unterschied“, berichtet Dr. Duca. „Allerdings scheint im Gegensatz zu Patienten mit Leichtketten-Herzamyloidose die Hämodynamik bei Patienten mit Transthyretin-Herzamyloidose eine prognostisch wichtige Rolle zu spielen.“ Um bei Patienten mit Herzamyloidose einen etwaigen Nutzen einer medikamentösen Beeinflussung der Hämodynamik zu zeigen, seien allerdings noch größere Studien notwendig.

ESC 2019; Abstract: Hemodynamic profiles in patients with cardiac amyloidosis

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