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Positive Bilanz der DGK-Herztage in Berlin

Prof. Dr. Eckart Fleck Pressesprecher-- Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.

Berlin, 14.10.2017

Mehr als 3000 Mediziner, übrigens ein neuer Rekord, nutzten die Herztage der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), die von Donnerstag bis Samstag in Berlin stattfanden, für fachlichen Austausch und Weiterbildung. 

Berlin, Samstag 14. Oktober 2017 – Mehr als 3000 Mediziner, übrigens ein neuer Rekord, nutzten die Herztage der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), die von Donnerstag bis Samstag in Berlin stattfanden, für fachlichen Austausch und Weiterbildung. Neben Ausbildungsfragen wurden die beeindruckenden Ergebnisse der aktuellen Herz-Medizin diskutiert. Wie DGK-Präsident Prof. Hugo Katus (Heidelberg) bilanzierte, verstarben vor einem Vierteljahrhundert noch 325 pro 100.000 Bewohner Deutschlands an einer der vier häufigsten Herzerkrankungen (Herzinsuffizienz, Angina Pectoris, Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen), bis 2014 sank diese Zahl um 21 Prozent auf 256. Fortschritte der Herz-Kreislauf-Medizin, die zu dieser positiven Entwicklung beigetragen haben, waren Themen der DGK-Herztage.

  • Das minimalinvasive Verfahren (TAVI), bei dem der Klappenersatz per Katheter und ohne chirurgischen Eingriff durchgeführt wird, wird zunehmend nicht nur für sehr alte und multimorbide Patienten in Betracht gezogen. Wesentlich dazu beigetragen haben große Studien, die TAVI mit einer herzchirurgischen Operation verglichen haben. 2008 wurden in Deutschland noch 637 TAVI-Prozeduren durchgeführt, 2015 waren es bereits mehr als 13.100. Heute können mehr als 60 Prozent der gesamten Aortenklappen-Eingriffe durch diese Techniken ersetzt werden.
  • Als Methode wirksamer als Medikamente etabliert sich bei Rhythmusstörungen die Katheter-gestützte Verödungstherapie („Katheterablation“). In erfahrenen Zentren verschwinden die Rhythmusstörungen nach der Ablation bei mehr als 80 Prozent der Patienten vollständig. Besonderen Nutzen bringt die Ablation Menschen mit Vorhofflimmern, die an einer Herzschwäche leiden.
  • 4,5 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK). Besonders gefährlich ist diese, weil mit ihr auch ein hohes Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle und damit eine hohe Sterblichkeit verbunden ist. Bei den DGK-Herztagen in Berlin wurden die neuen Behandlungs-Leitlinien vorgestellt.
  • Die Zahl der Studien und Publikationen und das verfügbare Wissen in der modernen Herzmedizin vervielfachen sich in rasantem Tempo. Und immer mehr Therapien kommen immer mehr Patienten zugute. Das erfordert ein hohes Maß an fachlicher Expertise, die auch laufend aktualisiert werden muss. Die DGK sorgt mit ihrer Akademie dafür, dass bestqualifizierte Herzmediziner hohe Standards in der Patientenversorgung sicherstellen.
  • Das hohe Niveau der Herzmedizin in Deutschland gilt es nicht nur zu halten, sondern es besteht angesichts der Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiterhin Handlungsbedarf. Die DGK befürwortet neben einer Reihe anderer Maßnahmen auch eine sinnvolle Nutzung von Eingriffs-Mindestzahlen als Element der Qualitätssicherung. Bei TAVI wurde eine Mindestmenge von 50 Ein-griffen pro Jahr und Zentrum definiert, weitere derartige Empfehlungen sind geplant. Benutzung dieser Eingriffszahlen als Steuerungsinstrument unter rein ökonomischen Gesichtspunkten erteilt DGK-Präsident Prof. Katus eine Absage. Dies sei für eine moderne Therapieentwicklung nicht zielführend und habe nichts mit medizinischer Qualität zu tun.

Leitlinien haben sehr deutlich zu den Erfolgen der modernen Herz-Medizin beigetragen. Der vergleichsweise junge Ansatz der „Partizipativen Entscheidungsfindung“ wird die leitlinienbasierte Kardiologie in Zukunft zunehmend durch eine vom Patienten bewusst mitbestimmte Individualisierung ergänzen, so DGK-Präsident Prof. Katus. Zum Beispiel müssen Patienten kompetent und unvoreingenommen informiert werden, ob bei ihnen ein Klappenersatz herzchirurgisch oder schonend mittels Katheter vorgenommen werden soll und welche Vor- und Nachteile das jeweils hat. Auf dieser Grundlage können sie unabhängig von Leitlinien ihre persönliche Wahl treffen.

Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. (DGK) mit Sitz in Düsseldorf ist eine gemeinnützige wissenschaftlich medizinische Fachgesellschaft mit mehr als 10.000 Mitgliedern. Sie ist die älteste und größte kardiologische Gesellschaft in Europa. Ihr Ziel ist die Förderung der Wissenschaft auf dem Gebiet der kardiovaskulären Erkrankungen, die Ausrichtung von Tagungen die Aus-, Weiter- und Fortbildung ihrer Mitglieder und die Erstellung von Leitlinien. Weitere Informationen unter www.dgk.org 

Informationen:
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